ICANN will “Domain-Tasting” einen Riegel vorschieben

am 1.5.2008 von bb

Es ist eine Industrie über die nicht viel bekannt ist, oft versteckt man sich hinter dubiosen Offshore Gesellschaften und trotzdem kommen viele Website-Betreiber mit ihr in Berührung. Die größten Player auf diesem Markt sind drei in Florida ansässige ICANN-Registrare, drei Firmen eine Adresse, drei Firmen ein Anwalt.

Domain-Tasting ist der Name eines Phänomen, dass man seit einigen Jahren im Handel mit Domains beobachten kann, es bedeutet, dass eine Domain nach ihrer Löschung (oder eben neu) von einem Registrar registriert wird. Der Unterschied zur normalen Registrierung ist allerdings, dass der Registrar nun 7 Tage Zeit hat, um diese Domain wieder zu löschen und so keinerlei Gebühren an die ICANN (sonst 0,20$ pro Domain) anfallen - im Normalfall ist dies ein Schutz gegen Zahlungsunwillige Kunden oder betrügerische Registrierungen. Allerdings kann man diese 7 Tage natürlich auch nutzen, um auszuloten wieviele Besucher eine Domain oder ob jemand die Domain verloren hat und eventuell Geld mit dem Verkauf an den vorigen Besitzer zu verdienen ist.

Zur Zeit ist die Situation so extrem, dass laut der ICANN etwa 95% (also 19 von 20) der registrierten Domains innerhalb einer Woche wieder gelöscht werden, bei Registraren die sich auf diese Art von Domainhandel spezialisiert haben steigt diese Zahl sogar auf 99,5% (eine von 200 Domains “überlebt” die Woche).

Die Lösung soll eine Regelung sein, bei der die 0,20$ ICANN-Gebühren pro Registrierung nicht zurückgezahlt werden, auch wenn die Domain innerhalb einer Woche zurückgegeben wird - für die drei größten Firmen der Branche, die monatlich etwa 11 Millionen Domains “tasten” würde dies Kosten in Höhe von 2,2 Mio. $ bedeuten und dieses Geschäftsmodell relativ unattraktiv machen.

- Quelle: Slashdot
- ICANN Magazin 4/08

datenwachschutz (.de)

am 27.4.2008 von bb

Mir fällt spontan nichts unglücklicheres ein, als einen Spam-Filter über Spam zu bewerben. Allerdings haben die Herrschaften von datenwachschutz.de, die auf ihrer Website eine Art Service zur Säuberung des Internet von ungewollten Daten anbieten, auch ordentlich vorgelegt.

Neben der Tatsache, dass man dem Autoren dieser Zeilen (und auch an anderer Stelle) einen sicherlich nett gemeinten (aber dennoch ungewollten) Hinweis über die eigenen Dienstleistungen hat zukommen lassen, wirbt man auf der eigenen Seite mit der Möglichkeit “Löschen von: […] - Dein guter Ruf” sowie der “Beratung und Durchführung von: […] - Reputationsmanagement”. Da hat man die eigenen Dienstleistungen ja durchaus schon recht erfolgreich in Anspruch genommen ;)

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind ein Portal, welches Inhalte aller Art im Internet löscht. Wir kümmern uns um :

Beleidigungen

Verleumdungen

Nacktfotos

Pornografische Videos

Und vieles mehr

Unsere Besucher kommen aus dem Privat- wie auch aus dem Gewerbebereich.

Ebenso suchen viele unserer Kunden nach Webseiten, wo Sie sich weitere rechtliche Informationen beschaffen können und / oder einen passenden Anwalt in ihrer Nähe finden.

Unser Portal ist derzeit einzigartig im deutschsprachigen Raum.

Um sich einen besseren Einblick zu verschaffen, sehen Sie sich doch einmal auf unserer Homepage um. http://www.datenwachschutz.de . Dort sollten Sie alle nötigen Informationen bekommen.

Wenn Sie Fragen haben, können Sie mich gerne kontaktieren.

Wir würden uns sehr freuen wenn Sie an einer Berichterstattung und / oder Linktausch interessiert wären. Wir haben extra eine Seite eingerichtet wo Sie unser Banner herunterladen können und wo wir Ihr Banner platzieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Hoppe Geschäftsführer Datenwachschutz.de

Und ja Herr Hoppe, ich freue mich auch sehr und bin durchaus an eine Berichterstattung über Ihren Dienst interessiert - dies sei hiermit geschehen. Weiterhin ist es mir relativ egal, ob Sie jetzt vor Wut schäumen, dass Ihre E-Mail schließlich höchst vertraulich und nicht zur Veröffentlichung in Blogs o.ä. gedacht war.

Dieses ist eine vertrauliche E-Mail !

Hiermit untersagen wir die Veröffentlichung des gesamten Inhaltes in Blogs, Foren oder sonst wie öffentlich zugänglichen Webseiten. Der Inhalt ist nur für den Empfänger persönlich bestimmt.

Gelbes Branchenbuch

am 13.4.2008 von bb

Wenn man eine Firma ins Handelsregister eintragen lässt, dann ist es mittlerweile normal, dass man (manchmal noch vor der Post vom HR) Werbepost von diversen “Veröffentlichungsdiensten” aus England, Spanien, der Schweiz oder wo auch immer bekommt - natürlich allesamt sehr “seriöse” Dienste, die sich einen Eintrag in ihrer äußerst “wertvollen” Datenbank nicht selten mehrere hundert Euro kosten lassen.

Ein neuer Player auf diesem Gebiet ist der Dienst Gelbes Branchenbuch, Firmensitz in Thailand (Ucalegon Ltd.), Gerichtsstand ist Prag und den Premiumeintrag gibts für günstige 780 €.

Bei dem alten fav Icon Logo, was wohlgemerkt nicht mehr Online ist, hat man sich offenbar auch vom Branchenprimus “inspirieren” lassen ;)

gbb.jpg

 Quelle: gelbes-branchenbuch.com

Update
Mittlerweile schimpfen die Betreiber wüst bei Wikipedia über die Korrektur von ganz offensichtlicher Werbung, drohen gegenüber beteiligten Wikipedia-Nutzern mit rechtlichen Schritten und behaupten die vor dem Dienst warnenden IHKn (Braunschweig und Dresden bzw. HWK Trier) hätten bereits eine Unterlassungserklärung abgegeben.
Ähnlich gestaltet es sich im bekannten Forum von antispam.de, dort soll der Betreiber von Gelbes Branchenbuch aufgrund eines Topics auch vorstellig geworden sein.

Und um die ganze Angelegenheit abzurunden, haben Blogger wohl bereits im Auftrag der Betreiber eine Abmahnung von einer Kanzlei aus Braunschweig kassiert.

Update 2
Trotz der Aussage der Betreiber von Gelbes Branchenbuch, dass “90% der ‘warnenen IHKs’ haben bereits eine Unterlassungserklärung abgegebenwegen rechtswidriger Berichte” wurde mir heute sowohl vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag in Berlin als auch von, in den Kommentaren genannten, IHKn bestätigt, dass keine IHK eine Unterlassungserklärung abgegeben hat. Richtig ist hingegen die Aussage, dass min. zwei IHKn die Warnung von ihren Internetseiten entfernt haben, um so rechtliche Probleme im Vorwege zu vermeiden.

McGarten?

am 2.4.2008 von bb

Nichtmal entfernt juristisch, aber trotzdem merkwürdig was McDonalds sich da wieder ausgedacht hat. Oder gibt es bald den Burger zum selbst dekorieren?

McKresse McTomaten

via bene, danke ;)

Kreative AGB (3)

am 2.4.2008 von bb

Heute im Programm: Die Hannoveraner Server-Tel Ltd. & Co. KG die auf ihrer Website SMSPaket24.de Sims24.tv Olymph-Flirt.de ein sehr eigenes Rechtsverständnis an den Tag legt, denn neben einer grafisch eher drittklassigen SMS-Chat-Seite darf man da in den AGB folgende Passage bestaunen:

§ 20 Der Teilnehmer hält sich automatisch eigenständig auf dem laufenden, ob sich neue allgemeine Geschäftsbedingungen oder Änderungen ergeben haben und erkennt die jeweils letzte Fassung als gültig an.
Quelle

Bleibt nur noch zu hoffen, dass wenigstens die verwendeten Pornobilder rechtmäßig lizensiert sind.

boocompany.com ist pfutsch

am 2.4.2008 von bb

Seit einigen Jahren gibt es im Internet ein neues Geschäftsmodell in Form von Abo-Fallen. Was die Pioniere der Szene, die Gebrüder Schmidtlein, geschaffen haben, wurde mittlerweile von Firmen aus der ganzen Welt kopiert. Sie kommen vermeintlich aus der Schweiz, aus England oder sogar aus Dubai und werden in Wirklichkeit oft jedoch aus Deutschland gesteuert und betrieben.
Die Leichtgläubigkeit von Internetnutzern mit der Geldgier einiger weniger “Unternehmer” gepaart, noch ein paar Anwälte, Inkassounternehmen und Internet-Provider beigemischt, die in rechtlicher Grauzone agieren, ergeben unterm Strich ein explosives Gemisch.

Benutzer in Foren wie antispam.de oder bei boocompany.com jagen derartigen Firmen und da erscheint es nicht abwegig, wenn sich die Betroffenen versuchen mit allen Mitteln zu wehren - dies hat im jüngsten Fall dazu geführt, dass die Website boocompany Offline ist.

Die Domain wurde in der Vergangenheit auf einen Service für anonyme Domainregistrierungen in Vietnam registriert und nun ist die Domain, offenbar nach Beschwerden beim Registrar Direct Information Pvt Ltd., nicht mehr zu erreichen, da der Registrar sie auf “on-hold” gesetzt hat (dies führt u.a. dazu, dass Nameserver die Domains nicht mehr führen).

Die Tatsache, dass im gleichen Zeitraum die Domains boocompany.net .org .biz und .info von der Netability Computer Services Ltd. mit Sitz in Hampshire, England registriert wurden, ist natürlich ein weiterer Fall für Rainer Zufall.

Telekom schickt Magenta-Abmahnung nach Amerika

am 1.4.2008 von bb

Die Telekom, seit 1995 im Besitz der Farbmarke für die Farbe magenta, hat der amerikanischen Firma Weblogs, Inc. eine Abmahnung geschickt, ihrerseits Betreiberin der Internetseite engadget-mobile.com. Im Hause Telekom, die auch schon in der Vergangenheit durch recht merkwürdige Abmahnungen in Bezug auf “T-”-Domains und Magenta in die Schlagzeilen geraten sind, stört man sich an der Nutzung der Farbe Magenta im Logo der Website und schickte daher einen netten Brief in die USA.

Die Macher von engadget-mobile.com zeigten sich indes unbeeindruckt vom Säbelrasseln der Telekom und tauschten zwischenzeitlich sogar ihr Logo gegen eines aus, was noch offensichtlicher die Rechte der Telekom verletzt.

via Heise

von Popcorn und Handy-Synchronisation

am 24.3.2008 von bb

1.) Gibt es jetzt in Hamburg (genauer gesagt Altona) einen Lieferservice für Popcorn und zwar Kates Popcorn. Ein erster Testkauf einer großen Portion Schoko-Popcorn bestätigte meine Befürchtung: Absoluter Suchtfaktor gegeben.

2.) Habe ich jetzt endlich eine gute Software zur Synchronisation meines Windows Mobile Handy mit meinem MacBook gefunden. Das ganze heisst SyncMate ist von der Firma Eltima und in der Basisversion sogar kostenlos - toll!

3.) In Zukunft merken, dass man den Blackberry Connect nicht auf die Speicherkarte installiert, sondern in den Gerätespeicher, denn ansonsten bootet das gute Handy nicht mehr und die Daten sind futsch. Vodafone bedankt sich für den Hinweis und hat Besserung gelobt, indem man einen Hinweis integrieren will.

Gibson patentiert Luftgitarre und mahnt fröhlich ab

am 24.3.2008 von bb

Nach einem Bericht des Online-Magazins heise.de hat der amerikanische Gitarrenhersteller Gibson aufgrund seines Patentes über ein “System and method for generating and controlling a simulated musical concert experience” (No 5,990,405) gerade Harmonix Music Systems, MTV Networks und Electronic Arts wegen Patentverletzung verklagt.

Die genannten Firmen sind an dem Konsolenspiel Rock Band beteiligt, welches eine Art Simulation einer Rockband ist und es den Spielern über Controllern ermöglicht Gitarre und Schlagzeug zu spielen sowie zu singen.

Gibson selber nutzen ihr Patent für das Spiel Guitar Hero, was mit 5 Knöpfen (als virtuelle Saiten) und einem Anschlagknopf das virtuelle spielen von bekannten Songs ermöglicht. Die Verklagten Unternehmen wollen nun im Rahmen einer Gegenklage beweisen, dass das von Gibson angemeldete Patent in dem Spiel Guitar Hero nicht verwendet wird und somit hinfällig ist.

Messen mit zweierlei Maßstäben

am 24.3.2008 von bb

In letzter Zeit gibt es immer wieder Situation in denen sich die Kirche zu Wort meldet oder in die Schlagzeilen gerät - zuletzt ist die Meldung durch die Presse gegangen, dass die katholische Kirche in Fulda ihrem Mieter, der Drogeriekette Schlecker, mit einer Sittenklausel im Mietvertrag vorschreibt, man dürfe keine Kondome in der betroffenen Filiale in Fulda verkaufen.
Gestern dann berichtete Spiegel Online, dass sich die katholische Kirche und Unionspolitiker am Osterprogramm der privaten Fernsehsender stören und ein familienfreundlicheres Programm fordern.

In letzter Zeit gab es jedoch auch Fälle (z.B. hier), in denen klar wird, dass man in der katholischen Kirche für die eigenen Belange einen anderen Maßstab anlegt, als bei Angelegenheit die das moralische oder soziale Verhalten von Dritten angeht.

Auch in Hamburg nimmt man es mit der Nächstenliebe und dem eigenen Leitbild nicht so genau. Ein Altenheim der Caritas wird im Sommer groß umgebaut, was während der Zeit mit einem Großteil der Bewohner geschehen soll ist dem Betreiber offensichtlich egal, da die Information bisher nur nebenbei mündlich erfolgte und nicht genug Platz existiert, um allen Bewohner während des Umbaues weiterhin eine Bleibe zu bieten. Man darf sich wohl also auf eine recht spontane fristlose Kündigung aus “wichtigem” Grund freuen.

Das es sich hierbei um die wohl günstigste Einrichtung im Stadtgebiet handelt und man den Preis nach den Umbaumaßnahmen sicherlich “angleichen” wird versteht sich von selbst - getreu dem Motto “Not sehen und handeln” und wenn es sich dabei auch nur um die eigenen Umsatzzahlen handelt.