ICANN will “Domain-Tasting” einen Riegel vorschieben

Es ist eine Industrie über die nicht viel bekannt ist, oft versteckt man sich hinter dubiosen Offshore Gesellschaften und trotzdem kommen viele Website-Betreiber mit ihr in Berührung. Die größten Player auf diesem Markt sind drei in Florida ansässige ICANN-Registrare, drei Firmen eine Adresse, drei Firmen ein Anwalt.

Domain-Tasting ist der Name eines Phänomen, dass man seit einigen Jahren im Handel mit Domains beobachten kann, es bedeutet, dass eine Domain nach ihrer Löschung (oder eben neu) von einem Registrar registriert wird. Der Unterschied zur normalen Registrierung ist allerdings, dass der Registrar nun 7 Tage Zeit hat, um diese Domain wieder zu löschen und so keinerlei Gebühren an die ICANN (sonst 0,20$ pro Domain) anfallen - im Normalfall ist dies ein Schutz gegen Zahlungsunwillige Kunden oder betrügerische Registrierungen. Allerdings kann man diese 7 Tage natürlich auch nutzen, um auszuloten wieviele Besucher eine Domain oder ob jemand die Domain verloren hat und eventuell Geld mit dem Verkauf an den vorigen Besitzer zu verdienen ist.

Zur Zeit ist die Situation so extrem, dass laut der ICANN etwa 95% (also 19 von 20) der registrierten Domains innerhalb einer Woche wieder gelöscht werden, bei Registraren die sich auf diese Art von Domainhandel spezialisiert haben steigt diese Zahl sogar auf 99,5% (eine von 200 Domains “überlebt” die Woche).

Die Lösung soll eine Regelung sein, bei der die 0,20$ ICANN-Gebühren pro Registrierung nicht zurückgezahlt werden, auch wenn die Domain innerhalb einer Woche zurückgegeben wird - für die drei größten Firmen der Branche, die monatlich etwa 11 Millionen Domains “tasten” würde dies Kosten in Höhe von 2,2 Mio. $ bedeuten und dieses Geschäftsmodell relativ unattraktiv machen.

- Quelle: Slashdot
- ICANN Magazin 4/08

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